Skeleton

Der Schlitten:

Der Skeleton ist ein Niederprofil-Schlitten, jedoch ein schwerer Schlitten mit einer Fiberglashülle, welche die Aerodynamik des unteren Teils garantiert, befestigt auf einem stählernen Fahrgestell. Der Schlitten läuft auf zwei stark geschliffenen Stahlkufen. Die Kufen sind so montiert, dass der "Bug" kontrolliert werden kann, was bei der Steuerung des Schlittens sehr hilfreich ist. Es gibt an einem Skeletonschlitten keine Bremsen. Der Athlet bremst den Schlitten auf der Ausfahrstrecke ab. Manchmal braucht es sogar frischen Schnee oder Schaumstoffmatten in der Bahn, um bremsen zu können.

Die Temperatur der Stahlkufen wird kurz vor jedem Rennlauf elektronisch gemessen. Das Erwärmen der Kufen ist verboten. An der Ziellinie werden der Schlitten und der Athlet gewogen, um zu gewährleisten, dass sie unter dem maximal zulässigen Gewicht liegen.

Damit alle Teilnehmer mit gleichen Mittel kämpfen, wurden die Schlitten gemäß den Regeln des internationalen Bob und Skeleton Verband (FIBT) standardisiert.

Die Bahn:

Skeleton Rennen fanden ursprünglich auf Natureis-Bahnen statt. Heutzutage werden jedoch die meisten Rennen auf Bahnen mit einem Kunsteismantel ausgetragen. Eine beachtenswerte Ausnahme ist die Natureisbahn in St. Moritz, wo der Weltcup Zirkus regelmäßig anhält. Die meisten Bahnen sind rund 1500 Meter lang und haben alle einen einzigartigen Charakter und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Sämtliche Eiskanäle haben ein minimale spezifizierte vertikale Distanz und zahlreiche besondere Kurven mit Querneigung von oben bis unten.

Die Ausrüstung:

Skeleton Athleten tragen einen ähnlichen Helm wie für Alpinrennen und eng anliegende Rennanzüge aus einem Stretch Material. Die Rennschuhe sind ähnlich wie Leichtathletikschuhe und haben Spikes, damit sie auf dem Eis laufen können. Die Athleten tragen entweder Schutzbrillen oder ein Schutzglas. Einige Fahrer schützen sich sogar mit Schulter- und Ellbogenschutz.

Das Rennen:

Im Skeletonsport werden Rennen in den Disziplinen Herren und Damen ausgetragen. Weltcuprennen werden an einem Tag mit zwei Läufen gestartet.  An den FIBT Weltmeisterschaften, die außer im Olympischen Jahr jährlich stattfinden, werden vier Läufe gefahren und zwar verteilt auf zwei Tage. Zum ersten Mal waren 2010 in Vancouver, Kanada, an Olympischen Spielen vier Läufe zu bestreiten.

Der Sportler mit der kleinsten Gesamtzeit aller Läufe gewinnt das Rennen. Zudem gibt es eine Rennserie mit dem Amerika-Cup und dem Europa-Cup. Diese dienen vor allem neuen Sportlern. Die Athleten können in diesen Rennen Erfahrungen und Qualifikationen für den Aufstieg in den Weltcup sammeln. Diese Saison 2007-2008 wurde eine neue Cupserie von der FIBT ins Leben gerufen, nämlich die Intercontinental Cups. Zusätzlich zu den Senioren Weltmeisterschaften können Sportler, die jünger als 23 sind, an den Junioren Weltmeisterschaften teilnehmen.

Startzeit:

Die Startzeit, also die Zeit, in welcher der Schlitten die ersten 50 Meter der Bahn zurücklegt, ist der kritische Teil des Rennens. Ohne einen konkurrenzfähigen Start mit einem maximalen Rückstand von 10 Sekunden auf den Schnellsten, ist es fast unmöglich eine Medaille zu gewinnen.

Gestartet wird aus dem Stand. Wenn man dann mit maximalem Krafteinsatz eine hohe Beschleunigung erreicht, gehört man zu den besten Skeleton Athleten. Die ersten 50 Meter werden normalerweise in rund fünf Sekunden zurückgelegt, wobei man eine Geschwindigkeit von über 40 km/h erreicht.

Die Fahrt:

Sobald dann der Athlet nach dem Start auf dem Schlitten liegt, muss er den Schlitten durch verdrehte Hochgeschwindigkeitskurven und durch Geraden lenken. In den Geraden können Höchstgeschwindigkeiten über 135 km/h erreicht werden. Gesteuert wird dadurch, dass man mit den Schultern und den Beinen den Schlitten beeinflusst, wobei in Kurven durch den Fahrer die Richtung geändert werden muss. Wenn man zu stark steuert, schleudert der Schlitten und man verliert wertvolle Zeit. Wenn man zu wenig steuert, bleibt der Schlitten der Bahn ausgeliefert, was im besten Fall eine Langsamzeit ergibt und im schlimmsten Fall einen Sturz.

Skeletonfahrer sprechen oft vom “Gefühl”, das sie haben müssen um gute Rennleistungen erbringen zu können und zu wissen, wann man den Schlitten gehen  lassen oder wann man steuern sollte. Wie auch Skifahrer verschiedene Linien ausprobieren, um am schnellsten die Piste herunter zu fahren, so studieren die Skeletonfahrer jede Verdrehung und jede Kurve der Bahn, um den schnellsten Weg in der Bahn zu finden.

Startreihenfolge:

Weil das Eis mit zunehmender Nutzung aufgeraut wird, ist es von Vorteil unter den Ersten die Bahn zu befahren. Die besten Startpositionen werden den Top Athleten dank guter vorheriger Resultate zugeteilt. In der Saison 2007 - 2008 hat die FIBT ein Weltranglisten System eingeführt. Mit der Rangliste wird die Startreihenfolge für alle Rennen bestimmt. Zudem werden aufgrund der Rangliste der Nationen-Anteil und außerdem die Startreihenfolge für die Olympischen Winterspiele und die Weltmeisterschaften festgelegt.

Am ersten Weltcup Rennen der Saison dient die Weltrangliste der letzten Saison als Maßstab. Für die Top zehn platzierten Athleten werden die Startplätze ausgelost. Das restliche Feld startet aufgrund der Weltrangliste.

Rangliste:

In Weltcup Wettkampf erhalten die Plätze 1 - 3 Medaillen und der Viertplatzierte bis zum Sechsten einen Anerkennungspreis. Zusätzlich werden den Besten 30 Weltcup Punkte verteilt, welche zur Erlangung der Weltcup Meistertitel in sämtlichen Disziplinen führen. Diejenigen mit den höchsten Gesamtpunktzahlen in einer Saison gewinnen den Titel