Ein durchwachsener Start in die Olympiasaison gelang den hessischen Bobsportlern beim Zentralen Leistungstest in Oberhof, der in diesem Jahr als erster Teil der Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Peking fungierte. Vor dem sportlichen Test im Einzelanschub war wie im Vorjahr ein negativer Corona-Test vorzuweisen, um überhaupt starten zu können.
Bei dem Wettbewerb sorgten zwei Nachwuchspiloten aus der Trainingsgruppe von Tim Restle für Furore, die allerdings für einen Start in Peking aufgrund der starken deutschen Bob Elite wohl noch nicht in Frage kommen, kommentierte HBSV Präsidentin Erica Fischbach das Ergebnis.


Bei den Pilotinnen lieferten sich Maureen Zimmer (Wiesbaden) und Lisa Buchwitz (SC Potsdam) einen Kopf-an-Kopf-Zweikampf und belegten zeitgleich beim 95 kg Anschubgerät den ersten Platz. Beim 160 kg Monobob war die Potsdamerin allerdings einen Tick schneller. Bundestrainer Rene Spieß beurteilte die Leistung der beiden als hervorragend, da sie ein Zehntel vor den Weltcup-Starterinnen Stephanie Schneider (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) und Laura Nolte (BSC Winterberg) lagen.


Noch besser lief es für Nachwuchspilot Adam Ammour (Wiesbaden), der mit 4,04 Sek. einen neuen Startbahnrekord mit dem 95 kg Anschubgeräte hinzauberte und vor Yuri Hanssen (Winterberg) und Maximilian Illmann (BSC Sachsen Oberbärenburg) gewann.


Die hessischen Olympiakandidaten kehrten eher mit gemischten Gefühlen aus Oberhof zurück. Einerseits gab Issam Ammour knapp geschlagen auf Platz 2 auf der Seitenposition und Platz 4 auf der Bremserposition eine starke Olympiabewerbung ab, muss aber eine schwere Verletzung seines Piloten Hans-Peter Hannighofer verdauen, für den die Saison beendet ist. Seine Chance wahrte Christian Hammers nach Platz 9 auf der Seitenposition für einen Platz im Schlitten von Christoph Hafer. Weniger erfolgreich verlief der Leistungstest für die beiden anderen Olympiaanwärter aus der Wiesbadener Gruppe. Vanessa Mark zeigte nach großen gesundheitlichen Problemen in der Vorbereitung mit Platz 9 eine starke Leistung, wird sich aber im Saisonverlauf steigern müssen. Gleiches gilt für Malte Schwenzfeier der nach einjähriger Verletzungspause sein Comeback feierte aber noch nicht wieder an seine alten Leistungen anknüpfen konnte.


Weiterer erfreulicher Aspekt war andrerseits das Abschneiden von Anschieber Joshua Tasche (Wiesbaden) der im Nachwuchsbereich beim Seitenanschub mit Rang 3 ein sehr gutes Debüt ablieferte.
„Der Leistungstest lief für unsere Olympiakandidaten nicht zufriedenstellend, wir hatten uns eigentlich mehr erhofft. Die gute Nachricht ist aber, dass alle noch im Rennen sind“, bilanzierte Landestrainer Tim Restle die Leistungen seiner Schützlinge. Allerdings stehen die nächsten Herausforderungen vor der Tür, sodass keine Zeit zum Durchschnaufen bleibt.

 

 


Nach Erledigung der Formalien wie Beschlussfähigkeit und Ermittlung der Stimmverhältnisse wurde die Jahreshauptversammlung des HBSV von einem ausgesprochenen positiven Bericht der Präsidentin Erica Fischbach geprägt.

„Wir blicken mit berechtigtem Stolz auf eine Saison zurück, die als die erfolgreichste in der Bobsparte des hessischen Verbandes bezeichnet werden kann und in der unsere Erwartungen mehr als erfüllt worden sind. Wir haben das Kunststück fertiggebracht, die schon hervorragenden Ergebnisse des Vorjahres nochmals zu übertreffen und das Ansehen unseres Verbandes weiter auszubauen “ resümierte sie. Ihr Bericht als Präsidentin umfasste ihre eigenen umfangreichen Aktivitäten, die von zahlreichen Gesprächen mit potenziellen Sponsoren und Geldgebern wie dem Hessischen Ministerium des Inneren und für Sport, lsb h sowie BSD gekennzeichnet waren. Auf Grund der sportlichen Erfolge sei der HBSV mittlerweile auch für den deutschen Verband ein Partner auf Augenhöhe. Vielversprechend entwickle sich die frisch unterzeichnete Kooperation mit dem Hessischen Leichtathletikverband, mit der noch einiges an Potenzial zu heben sei. Ihren Bericht verband sie mit einem großen Lob und Dank an alle Förderer und Unterstützer.

 

Bobsportler auf Kurs
Ein besonderer Dank galt darüber hinaus Landestrainer Tim Restle, der für die hessischen Sportler und Sportlerinnen in mühsamer Kleinarbeit individuelle Trainingspläne erstellt hatte. Damit wurden athletische Defizite vermieden und der Grundstein für die sehr erfolgreiche Saison gelegt. Dass Restles Engagement hessenweit mit hoher Wertschätzung zur Kenntnis genommen wurde, zeige sich in seiner Wahl zum Hessischen Trainer des Jahres 2020. Eine Ehre, über die sich auch Kim Kalicki freuen konnte, denn sie wurde als Wintersportlerin und deshalb durchaus überraschend zur Sportlerin des Jahres gekürt.

Die Aufzählung der hessischen Erfolge der Saison 2020/21 mit zahlreichen vorderen Plätzen auf nationaler und internationaler Ebene nahm einen breiten Raum ein. Mit einer Ausnahme haben alle hessischen Frauen und Männer den Nationalkaderstatus erreicht und werden daher mit großer Wahrscheinlichkeit auch im kommenden Winter international starten.

Die Trainingsgruppe am Stützpunkt Rhein-Main hat sich um Athleten erweitert, die zwar für bayerische Vereine starten, aber am hervorragenden Athletiktraining von Restle partizipieren wollen. Außerdem fanden weitere Nachwuchstalente aus anderen Sportarten den Weg zu ihm.

Fischbachs Ausblick auf die anstehende Saison richtete sich vor allem auf die Olympischen Spiele in Peking. Hier liegen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern mehrere Sportler aussichtsreich im Rennen, um eins der begehrten Olympiatickets zu erhalten. „Allerdings ist der Weg dorthin mit einigen hohen Hürden versehen, sodass neben Verletzungsfreiheit auch eine Topform bei den Qualifizierungsrennen äußerst wichtig sind“ meinte die Präsidentin abschließend, „ein bisschen Daumen drücken kann also nichts schaden.“



Nachwuchssuche bei den Rodlern
Nicht ganz so rosig gestaltet sich die Situation bei den Rodlern: Dem Bericht des Rodelsportwartes Stefan Meister war zu entnehmen, dass es auch im abgelaufenen Jahr nicht möglich war, Nachwuchs an die hohen Herausforderungen des deutschen Rodelsports heranzuführen. Ein Hoffnungsschimmer zeichnet sich dadurch ab, dass der langjährige Spitzenrodler Calvin Meister seinen Trainerschein fast in der Tasche hat und somit wieder gezielter junge Athleten gesichtet und aufgebaut werden können. „Allerdings hat der hessische Rodelsport mit Marie Köhler ein Aushängeschild, da sie durchaus in der Lage ist, bei den Frauen im Doppel international vorne mitzumischen“ kommentierte Meister. Dafür fehlt nach seinen Aussagen noch das letzte Quäntchen Trainingspower und ein bisschen Glück bei den Qualifizierungsrennen gehört natürlich ebenso dazu.

 

Optimistische Schlittenhundesportler
Der Bericht von Enrico Krumm für die Schlittenhundesportler fiel recht kurz aus, da Epidemie bedingt keine Veranstaltungen durchgeführt werden konnten. Dennoch blicke man optimistisch in der Hoffnung nach vorn, die traditionellen Rennen im Vogelsberg, Westerwald und Rheinland-Pfalz wieder durchführen zu können. Dies auch angesichts der Tatsache, dass sich trotz aller Widerwärtigkeiten der Mitgliederbestand auf hohem Niveau eingependelt habe.

 

Stabile Finanzlage
Der Kassenbericht des Schatzmeisters Klaus-Dieter Neumann war zufriedenstellend, wies er doch trotz gestiegener Kosten nach wie vor eine tragfähige Finanzlage aus. Dennoch sei auch zukünftig auf sparsame Haushaltsführung und hohe Ausgabendisziplin zu achten. Diese Einschätzung wurde von den Kassenprüfern Jürgen Göttmann und Melanie Lauser geteilt, die dem Schatzmeister eine einwandfreie Kassenführung testierten und daher der Versammlung die Entlastung des Vorstandes vorschlugen. Der entsprechende Antrag von Göttmann wurde einstimmig angenommen.

Der vorgelegte Haushaltsentwurf wurde nach kurzer Aussprache ebenfalls einstimmig genehmigt, da gegenüber dem Vorjahr keine wesentlichen Veränderungen erforderlich waren.

 

Zur 80 ordentlichen Jahreshauptversammlung des hessischen Bob- und Schlittensportverbandes am Donnerstag, dem 5. August 2021 um 18.30 Uhr im Hotel-Restaurant „Michelstädter Hof“, Rudolf-Marburg-Straße 41 in Michelstadt, werden alle Vereine und Vereinsabteilungen des Verbandes herzlich eingeladen.


Nach Begrüßung und Feststellung der Stimmverhältnisse sowie der Beschlussfähigkeit erfolgt der Bericht der Präsidentin Erica Fischbach. Danach wird Schatzmeister Klaus – Dieter Neumann den Kassenbericht mit Rechnungslegung vortragen. Den Berichten der Sportwarte Bob, Rodel und Schlittenhunde sowie des Jugendwartes folgt nach der Aussprache der Bericht der Kassenprüfer. Hierbei ist außerdem die Entlastung des Vorstandes vorgesehen. Anschließend wird der Haushaltsvorschlag 2021/2022 eingebracht und zur Abstimmung gestellt. Bevor dann unter einem weiteren Tagesordnungspunkt Anfragen und Mitteilungen erfolgen, wird der Lehrgang- und Wettkampfterminkalender der kommenden Wintersaisonbekannt bekannt gegeben so weit bis dahin Termine festgelegt sind.


Der Vorstand des HBSV würde sich freuen, wenn an dieser Versammlung viele Vereine, Aktive, Freunde und Gönner des Verbandes teilnehmen würden. Hingewiesen wird auf das Einhalten allgemein bekannten Hygienevorschriften aufgrund der Corona-Pandemie, worauf jeder Teilnehmer selbst zu achten hat.

 

Hessenweit herum gesprochen haben sich die Erfolge der Bob- und Rodelsportler und – sportlerinnen wie nun bei der Wahl der hessischen „Sportler des Jahres“ bestätigt wurde. Dabei ging der LSBH dieses Mal Corona bedingt neue Wege und arbeitete erstmals mit dem Hessischen Rundfunk zusammen. An einer Online-Befragung über eine Hessenschau Plattform konnten sich alle Sportinteressierte beteiligen und ihr Votum angeben. Parallel dazu wurden traditionsgemäß die Leiter und Leiterinnen der Sportressorts von hessischen Medien um Stimmabgabe gebeten, wobei beide Voten zu gleichen Teilen in das Ergebnis einflossen. Insgesamt standen 18 Vorschläge in den Kategorien Sportlerin, Sportler, Newcomer, Behindertensport, Trainer und Mannschaft zur Auswahl. Vom HBSV waren mit Kim Kalicki, Malte Schwenzfeier und Tim Restle gleich 3 Kandidaten im Rennen. In ihren Bereichen siegten schließlich sowohl Kalicki als auch Restle und erhielten damit die Bestätigung, dass ihre hervorragenden Leistungen auf nationaler und internationaler Ebene gehörig Beachtung und Anerkennung gefunden haben. Überraschenderweise dominierten auch in den Kategorien Mannschaft und männliche Sportler Athleten aus dem Wintersportbereich, obwohl Hessen nun wahrhaftig keine schneereiche Region ist.


Kalicki hat sich mit einem Stimmenanteil von 40,3 % deutlich gegen ihre Mittbewerberinnen von der Leichtathletik und dem Fußball durchgesetzt. Entscheidend für diesen schönen Erfolg waren ihr Juniorenweltmeistertitel sowie die Vize-Weltmeisterschaft bei den Frauen. Außerdem belegte sie zweite und dritte Plätze im Weltcup sowie den 2. Platz bei der letzten Europa-Meisterschaft.

Tim Restle, Landes- und Athletikstützpunkttrainer in Wiesbaden, hat eine hervorragende, bundesweit sehr anerkannte, Aufbauarbeit geleistet und in kürzester Zeit dafür gesorgt, dass mehrere Bobsportler und –sportlerinnen in den deutschen Kader aufgestiegen sind. Derzeit betreut er 8 Kaderathleten des BSD und hat noch weitere Eisen im Feuer, deren Potenzial noch nicht ausgereizt. Außerdem hat sich die Australierin Breena Walker seiner Trainingsgruppe angeschlossen, die die aktuelle Weltcup-Saison mit Rang 2 im Monobob erfolgreich abgeschlossen hat.


Verbunden mit den Wahlsiegen ist ein Preisgeld von jeweils 1.000 Euro für die beiden, das von der Spielbank Wiesbaden zur Verfügung gestellt wird. Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2021 findet wahrscheinlich auch noch eine besondere Ehrungsveranstaltung statt.
HBSV Präsidentin Erica Fischbach freut sich sehr über diese Auszeichnung ihrer Sportlerin und vor allem über die Anerkennung der erfolgreichen Arbeit von Restle.
Fotos: Erica Fischbach


Stützpunktraining zahlt sich aus
Die seit einiger Zeit in Wiesbaden bei Landestrainer Tim Restle mittrainierende Australierin Breeana Walker hat zum Saisonende noch einmal ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze eindrucksvoll bestätigt. Beim letzten Rennen im Monobob auf europäischem Boden im Eiskanal am Königssee fuhr sie erneut auf einen Podestplatz. Hinter den Schweizerinnen Martina Fontanive und Melanie Hasler, die sich zeitgleich Rang 1 teilten, belegte sie den 3. Platz. Auch wenn bei diesem Rennen nicht mehr alle starken Pilotinnen vertreten waren, freute sich Walker und mit ihr ihre Wiesbadener Trainingsgruppe über dieses Ergebnis. Denn dieser Erfolg bedeutet, dass sie hinter der Amerikanerin Nicole Vogt gemeinsam mit der Brasilianerin Marina Silva Tuono zweite im Gesamtweltcup geworden ist. Die drei sind bei diesem Wettbewerb noch nicht aufeinandergetroffen, denn in Nord-Amerika wurde Corona bedingt eine eigene Rennserie durchgeführt und dort sammelte Vogt mit 4 Siegen halt mehr Punkte.

 

 

Nachdem sich weit und breit herumgesprochen hat, dass durch Tim Restle im Landesstützpunkt Wiesbaden gute Aufbau- und Trainingsarbeit geleistet wird schließen sich zunehmend auch jüngere Sportler diesem Kreis an. Während seither die Mehrzahl für einen Einsatz als Anschieber trainiert haben sich nun neben Kim Kalicki zwei Nachwuchskräfte für eine Pilotenlaufbahn entschieden und testen ihr Leistungsvermögen. Da der Wiesbadener Stützpunkt noch nicht über genügend wettbewerbsfähiges Material verfügt wurden eine Kooperation mit dem BRC Thüringen geschlossen, was gleichzeitig auch einen besseren Zugang zur Bob- und Rodelbahn Oberhof ermöglicht.
Bei den deutschen Junioren-Meisterschaften in Winterberg bestand nun erstmals die Gelegenheit, das bisher Gelernte in einem Wettbewerb umzusetzen. Als besondere Herausforderung war dabei zu beachten, dass auch Piloten und Pilotinnen am Start waren, die bereits über längere Erfahrungen verfügen und teilweise schon im Europa-Cup zum Einsatz kamen. Bei den Juniorinnen siegte daher nicht unerwartet Lisa Marie Buckwitz (SC Potsdam) mit ihrer Anschieberin Theresa Leitz (BC Unterhaching). Nicht ganz zu einem Platz auf dem Siegertreppchen hat es für die Wiesbadenerin Maureen Zimmer gereicht, die mit Luise Lauter (BSC Winterberg) ins Rennen ging. Beim Start waren die beiden ganz gut dabei und verbesserten sich im Gesamtergebnis noch vom 6 auf den 4 Rang.
Auch bei den Junioren hatte mit Maximilian Illmann (BSC Ober-Bärenburg) ein erfahrener Pilot die Nase vorn, bei dem Felix Dahms (Mitteldeutscher Sportclub) auf der Bremse saß. Erwartungsgemäß hatten Adam Ammour (Wiesbaden) und Erik Leypold (BRC Thüringen) bei ihrem ersten Rennen nichts mit dem Sieg zu tun, erfüllten aber mit Platz 5 die in sie gesetzten Hoffnungen. HBSV Präsidentin Erica war daher ganz angetan von den Leistungen der Neulinge und ist zuversichtlich, dass da erfolgversprechende Talente heranwachsen. Aus ihrer Sicht ist es wichtig, dass angesichts der starken Konkurrenz im deutschen Bobsport der Nachwuchs ohne Druck behutsam und sorgfältig aufgebaut wird.

Auf dem Gewinnerpodium bei der WM in Altenberg ergab sich das gleiche Bild wie beim Zweierbob der Frauen am vorherigen Wochenende: Nur wer genauer hinsieht kann erkennen, dass sich bei den deutschen Vertreterinnen ein anderes Gesicht hinter den Schutzmasken verbirgt. Nicht auf dem Treppchen vertreten ist Kim Kalicki aus Wiesbaden, die im Monobob noch nicht an ihr fahrerisches Können Im Zweier anschließen kann. Ihre Konkurrentinnen kamen mit den Anforderungen des SachsenEnergie Eiskanals besser zurecht, sodass die 23 – jährige trotz einer starken Leistung den Wettbewerb auf Rang 6 beendete. Es fehlte am Start etwas die Power und einige Fahrfehler ließen nicht mehr zu. Kalicki war dennoch zufrieden, denn besser als Platz 6 hatte sie in dieser Saison im Monobob noch nicht abgeschlossen.
Hart bedrängt von den deutschen Nachwuchsdamen ließ sich Kaillie Humphries (USA), die „Grande Dame“ des Frauen -Bobsport, die Butter -noch- nicht vom Brot nehmen. Sie hatte die saubersten Fahrten vorzuweisen und erkämpfte sich souverän ihren zweiten Titel bei den diesjährigen Weltmeisterschaften. Silber sicherte sich Stephanie Schneider, die nach den ersten beiden Läufen noch in Führung gelegen hatte und mit ihrer Medaille sehr glücklich war. Zum zweiten Mal in Altenberg landete Laura Nolte auf dem Bronze-Platz. Die 22 – jährige fiel im letzten Lauf noch von 2 auf 3 zurück, war aber nicht allzu enttäuscht. Zufrieden war auch Mariama Jamanka auf Platz 4, hatte sie sich doch als Ziel einen Platz unter den ersten sechs vorgenommen. Die am Wiesbadener Landesstützpunkt trainierende Australierin Breeana Walker musste noch einem Sturz verletzungsbedingt aufgeben.

Francesco Friedrich – wer sonst?

Mit vier Mal Lauf- und Startbestzeit erwies sich Friedrich zum wiederholten Male als Maß aller Dinge und krönte seine unglaublich erfolgreiche Saison mit dem Sieg im Vierer. Diese Doppel-Weltmeisterschaft 2021 bescherte ihm seinen 11. Weltmeistertitel. Mit im Schlitten saßen Thorsten Margis, Candy Bauer und Alexander Schüller, die auf ihrer Heimbahn nichts ankokeln und die Konkurrenten mit erheblichen Rückständen hinter sich ließen. Silber ging etwas überraschend an die Österreicher Benjamin Maier, Danut Moldovan, Markus Sammer und Kristian Huber. Hier machte sich möglicherweise bemerkbar, dass Friedrich mit dem jungen Österreicher eng befreundet ist und ihn fördert und sponsort. Für Johannes Lochner und seine Mannschaft Florian Bauer, Christopher Weber und Christian Rasp blieb somit Bronze.
Bei seinem ersten Vierer-Start bei einer WM schlug sich Christoph Hafer mit einem 6. Platz recht gut. Vor allem beim Start hat er mit Kevin Korona, Christian Hammers (Wiesbaden) und Philipp Wobeto noch große Reserven und wird in den kommenden Monaten sein Augenmerk auf eine Verbesserung richten.
Eigentlich müssten wir unseren Aktiven nach dieser überragenden Saison einen rauschenden Empfang geben meinte augenzwinkernd HBSV Präsidentin Erica Fischbach, aber leider ist dies unter den derzeitigen Umständen ja nicht möglich. Man sei im hessischen Verband sehr stolz auf die Erfolge in den nun zu Ende gehenden Wettbewerben und freue sich, dass die tolle Arbeit von Stützpunkttrainer Tim Restle so reich Früchte getragen hat.

 

Voll und ganz zufrieden und kein bisschen traurig zeigte sich die Wiesbadenerin Kim Kalicki (im Bild links) nach ihrem erneuten Silber-Platz bei der Weltmeisterschaft in Altenberg. An gleicher Stelle hatte sie im Vorjahr überraschend den zweiten Platz belegt und musste sich 2021 wiederum nur der Überlegenheit der Amerikanerin Kaillie Humphries beugen. Die allerdings zeigte viel Respekt vor Kalickis Leistung und betonte, dass ihr dieser erneute Titelgewinn nicht leichtgefallen sei.

 


Foto: Viesturs Lacis

 

Bei teils starkem Schneefall war die 23-jährige BSD-Pilotin nach dem 3. Lauf bis auf 29/100 Sekunden an die führenden Humphries/Lolo Jones herangerückt, bevor die neue und alte Weltmeisterin ihre ganze Routine und Nervenstärke ausspielte. Nach einem insgesamt sehr überzeugenden Auftreten   sicherten sich Kalicki/Ann-Christin Strack Silber, betrachten dies keineswegs als Verlust von Gold und akzeptierten neidlos die Stärke der Gewinnerin. Laura Nolte und Deborah Levi, die mit viermal Startbestzeit aufhorchen ließen, sicherten sich Bronze und komplettierten damit den deutschen Erfolg. Eine tolle Aufholjagd boten Stephanie Schneider/Leonie Fiebig, die sich von Rang 8 noch auf Platz 4 verbessern konnten. Nicht optimal lief es allerdings für Olympiasiegerin Mariama Jamanka, die mit Vanessa Mark aus Wiesbaden doch mit deutlichem Rückstand auf die Medaillenränge die WM auf Rang 6 beendete. Alles in allem zufrieden war Bundestrainer René Spies, für den Humphries noch auf einem anderen Niveau fährt, der von den jungen Deutschen allerdings schon kräftig Dampf gemacht worden war.   

 

Hafer/Hammers erfüllen Erwartungen

 

Im Zweierbob der Männer wurde der derzeit schier unschlagbare Francesco Friedrich seiner turmhohen Favoritenrolle gerecht. Mit viermal Start- und Laufbestzeit im SachsenEnergie-Eiskanal ließ der Titelverteidiger mit seinem Anschieber Alexander Schüller der Konkurrenz keine Chance und deklassierte sie förmlich mit einem Vorsprung von über 2 Sekunden auf die zweiten. Einmal mehr mussten sich Johannes Lochner/Eric Franke geschlagen geben, freuten sich aber dennoch über den erneuten Vize-Meistertitel. Ganz besonders spannend machten es Hans-Peter Hannighofer/Christian Röder (BRC Thüringen) im Kampf um die Bronze-Medaille. Zeitgleich mit den Schweizern Michael Vogt/Sandro Michel gingen die Junioren-Weltmeister 2021 in den entscheidenden vierten Lauf und schafften es sensationell, den Schweizern noch einiges an Zeit abzunehmen und machten somit den deutschen Dreifach-Triumpf perfekt. Nichts mit der Medaillenvergabe zu tun hatten Christoph Hafer/Christian Hammers, die mit Rang 7 dennoch die Erwartungen erfüllten. Es wurmt den Wiesbadener Hammers schon etwas, dass es am Start nicht optimal lief, während die Fahrten im großen Ganzen sehr passabel verliefen. Nach Meinung von Landestrainer Tim Restle haben die beiden aber ihr derzeitiges Leistungsvermögen abgerufen, so dass er insgesamt mit einem sehr erfolgreichen WM-Wochenende der hessischen Bobsportler und - sportlerinnen zufrieden ist.    

 

 

Nach einer ausgesprochen erfolgreichen Saison beendete Kim Kalicki das letzte Rennen im Zweierbob auf dem 6. Rang. Mit ihrer Anschieberin Victoria Dönicke (SV Halle) war sie bestes deutsches Team, aber trotzdem mit ihrer Leistung nicht recht zufrieden. Schließlich war sie während ihrer seitherigen Weltcupkarriere immer auf dem Treppchen gelandet. Zwar meinte Erica Fischbach (HBSV Präsidentin), dass Kalicki zwei gute Läufe ins Ziel gebracht habe. Das reiche aber eben nicht wenn die Konkurrentinnen einen starken Tag erwischen. Auch Landestrainer Tim Restle konnte nicht so recht erklären wo entscheidende Zeit verloren wurde und die beiden im zweiten Lauf um zwei Plätze zurückfielen.  Beim Doppelsieg der Amerikanerinnen Kaillie Humphries/Lolo Jones vor Elana Meyers Taylor/Lake Kwaza belegten die beiden anderen deutschen Teams Lisa Buckwitz/Cynthia Kwofie sowie Mariama Jamanka/(Anabel Galander (Mitteldeutscher SC Magdeburg) die Plätze 7 und 8, wobei Jamanka im zweiten Lauf noch zwei Plätze gut machen konnte. Im Gesamtweltcup belegte Kalicki, auf dem Bild Zweite von links, einen sehr erfreulichen 2. Platz mit 1.421 Punkten hinter der Überraschungssiegerin Katrin Beierl (1.506 P.) aus Österreich, die in Innsbruck mit J.J.O.D.Onasanya Platz 3 belegt hatte. Der dritte Rang in der Gesamtwertung geht an Jamanka, die bei der WM wohl wieder mit ihrer seitherigen Anschieberin Vanessa Mark (TuS Eintracht Wiesbaden) an den Start gehen wird.  

Bei den Männern ging der Weltcupsieg sowohl im Zweier als auch im Vierer an den in dieser Saison alle anderen in Grund und Boden fahrenden Francesco Friedrich. Christoph Hafer, der Stammpilot von Christian Hammers (Tus Eintracht Wiesbaden) belegte im Zweier Platz 8 und wurde im Vierer sechster, ein durchaus zufriedenstellendes Resultat.   

Bild: Viesturs Lacis

 

Aufwärtstrend im Monobob

Noch reicht es nicht für Spitzenplätze aber so langsam verbessern die deutschen Damen ihre Ergebnisse im Monobob. Beim Wettbewerb in Innsbruck schlug sich Kim Kalicki wieder am besten und belegte einen 6. Rang, womit sie zweitbeste Europäerin hinter der Russin Nadezhda Sergeeva wurde. Dominiert wurde das Rennen von den Starterinnen aus den USA und Kanada, während sich Mariama Jamanka und Lisa Buckwitz (SC Potsdam/WSV Königsee) mit den Plätzen 9 und 10 im Mittelfeld wiederfanden.

Erneut nicht zu schlagen war allerdings Breena Walker aus Australien, die im Wiesbadener Stützpunkt trainiert und in beiden Läufen Bestzeit fuhr. Damit hat Walker bei 11 Starts seit 2018 immerhin 7 Rennen für sich entscheiden können. Auch im Zweier schlug sich Walker recht gut, belegte mit Sarah Blizzard Rang 13, womit sie im Gesamtweltcup im Zweierbob auf dem guten 7. Platz unter 27 gewerteten Pilotinnen rangiert.    

Foto: Visturs Lacis

 „Einfach nur superglücklich“ ist die Wiesbadenerin Kim Kalicki (Foto links) nach ihrem ersten Weltcuptriumph, den sie mit ihrer Anschieberin Ann-Christin Strack in der Eisarena am Königsee feiern konnte. Nachdem sie in den seitherigen Wettbewerben dieser Saison immer auf dem Treppchen stand schaffte sie mit einem grandiosen zweiten Lauf erstmals den Sprung auf Platz 1. Nach der ersten Abfahrt lag sie in Lauerstellung auf Rang 3 hinter Stephanie Schneider/Tamara Seel (BC Bad Feilnbach) und den Amerikanerinnen Elana Meyers Taylor/Sylvia Hoffman. Während Kalicki die lange Gerade nahezu perfekt hinunter raste bandelte Schneider mehrfach, verlor so die entscheidenden Sekundenbruchteile und fiel auf Platz 2 zurück. Damit war dennoch ein Doppelsieg der deutschen Damen vor dem US-Team perfekt. „Wohl selten habe ich die Schlussphase eines Rennens so aufgeregt verfolgt wie diesen Weltcup“ freute sich HBSV Präsidentin Erica Fischbach über den Sieg der 23 – jährigen, „nach den vielen vorderen Plätzen hat es endlich auch im Weltcup für ganz oben gereicht. Eine erneute Bestätigung der guten Arbeit, die im Stützpunkt von Tim Restle geleistet wird und Ansporn für die nächsten Wochen und Monate.“ Nicht ganz zufrieden waren Mariama Jamanka (BRC Thüringen) /Vanessa Mark (TuS Wiesbaden), die sich mehr als Platz 6 vorgenommen hatten. Aber schon nach dem ersten Lauf, in dem sie keine optimale Linie fanden, fielen sie auf den 8 Platz zurück. Immerhin gelang es ihnen sich im zweiten Lauf mit der zweitbesten Laufzeit noch um 2 Plätze zu verbessern und am Ende zeitgleich mit dem US-Dou Kaillie Humphries/Lauren Gibbs den Platz zu teilen.
Mit dem neuen Monobob können sich die deutschen Damen allerdings noch immer nicht so recht anfreunden. Am besten schlug sich erneut Stephanie Schneider, die hinter den beiden Amerikanerinnen Kaillie Humphries und Elana Meyers Taylor trotz eines groben Fehlers den dritten Platz auf dem Treppchen eroberte. Nach guten Leistungen im Training leistete sich auch Kim Kalicki im zweiten Lauf einen dicken Patzer und wurde von Rang 6 auf den 10. Platz durchgereicht. Noch schlechter erging es Mariama Jamanka, die sich im Endresultat auf Platz 14 wiederfand.
Bei den Männern im Zweierbob dominierte auch auf der Hausbahn von Johannes Lochner in unnachahmlicher Manier der in dieser Saison schier unschlagbare Francesco Friedrich. Zusammen mit seinem Anschieber Thorsten Margis zauberte er mit zweimaliger Start- und Laufbestzeit unschlagbare Abfahrten in den Eiskanal. Zum wiederholten Male sorgten Lochner/Eric Franke in dieser Saison für einen deutschen Doppelsieg. Christian Hammers aus Wiesbaden war mit seinem Stammpiloten Christoph Hafer am Start und die beiden schlugen sich mit einem 7. Platz recht achtbar, was auch von Bundestrainer Rene Spieß sehr positiv bewertet wurde. Sie lagen damit nur 9/100 Sekunden hinter den Letten Oskars Melbardis/Matiss Miknis, wobei sie am Start wichtige Hundertstelsekunden liegen ließen, was sich auf der relativ kurzen Bahn am Königsee deutlich niederschlägt.
Seinen Siegeszug setzte der Sachse auch im Viererbob unangefochten fort und feierte seinen 50. Weltcupsieg. Mit Thorsten Margis, Martin Grothkopp und Alexander Schüller war das Team mit zweimal Start- und Laufbestzeit erneut nicht zu bezwingen. Ein unglückliches Ende fand das Rennen für Hafer, in dessen Team auch wieder Hammers saß. Gemeinsam mit Kevin Korona und Philipp Wobeto lagen sie nach dem ersten Lauf auf Silber-Medaillenkurs. Leider war die zweite Abfahrt aber nicht perfekt und das kostet in der engen Weltspitze vordere Ränge. So fiel die Mannschaft im Endergebnis hinter die Österreicher um Benjamin Meier und das Team von Lokalmatador Lochner zurück.
Für den Wiesbadener Stützpunkt- und Landestrainer Tim Restle ist es besonders erfreulich, dass mit Kalicki, Mark und Hammers gleich drei seiner Schützlinge für die Weltmeisterschaft in Altenberg nominiert und damit die optimistischsten Hoffnungen in Erfüllung gegangen sind.
Die am Wiesbadener Stützpunkt von Restle betreut und trainiert werdende Australierin Breeana Walker war ebenfalls in beiden Damenwettbewerben am Start. Im Monobob erkämpfte sie sich Platz 9 noch vor den beiden Deutschen Kalicki sowie Jamanka und mit ihrer Anschieberin Sarah Blizzard im Zweierbob einen zufriedenstellenden 12 Platz unter 18 Schlitten.

 

Bild: Erica Fischbach 


Ausgesprochen spannend verlief das Weltcup-Rennen der Damen im Zweier-Bob in der Natureisbahn von St. Moritz. In Abwesenheit der bis dahin im Weltcup Führenden Kim Kalicki lieferten sich im ersten Lauf 5 Teams ein Kopf an Kopf Rennen mit nur 6/100 Abstand. Die Führung hatten Mariama Jamanka (BRC Thüringen) und Vanessa Mark (Tus Eintracht Wiesbaden) (Foto links) übernommen vor dem überraschend starken Schweizer Dou Melanie Hasler/Irina Strebel, auf Platz 3 rangierten Stephanie Schneider (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) /Leonie Fiebig (BSC Winterberg), die nach langer Führung im „horse shoe“ die Kontrolle über ihren Schlitten etwas verloren hatten. Auf Platz 4 fanden sich die Amerikanerinnen Elena Meyers Taylor/Sylvia Hoffmann wieder.
Dieses Klassement wurde allerdings im zweiten Lauf mächtig durcheinandergewirbelt. Nachdem das amerikanische Team eine Super-Zeit vorgelegt und die Spitze übernommen hatte packten Schneider/Fiebig noch ordentlich eins drauf und fuhren Tagesbestzeit und Bahnrekord. Weder die Schweizerinnen noch Jamanka/Mark konnten diese Leistungen übertreffen. So freuten sich Hasler/Strebel aber dennoch über ihre Bronzemedaille, während Jamanka/Mark auf den undankbaren 4. Platz zurückfielen. Eine Erklärung für den schwachen zweiten Lauf fand die Pilotin nicht so recht und wollte es auch nicht unbedingt auf den einsetzenden Schneefall zurückführen. Vanessa Mark meinte, dass sie am Königsee wieder voll angreifen werden und vor allem beim Starten noch zulegen wollen.
Ebenfalls am Start war in der Schweiz der Wiesbadener Christian Hammers im Viererbob-Team von Christoph Hafer. Gemeinsam mit Kevin Korona und Philipp Wobeto zeigten sie bei großer Konkurrenz von 20 Schlitten, unter denen sich wieder die starken Teams aus USA und Kanada befanden, eine ansprechende Leistung. Nach dem 1. Lauf auf Rang 11 liegend fingen sie noch Mannschaften aus Russland sowie Kanada ab und schoben sich auf Platz 9 nach vorne. Nicht zu schlagen war auch in diesem Rennen Francesco Friedrich mit seiner Mannschaft, die sich aus Alexander Schüller, Thorsten Margis und Martin Grothkopp zusammensetzte.
Die im Wiesbadener Stützpunkt bei Tim Restle trainierende Australierin Breena Walker fuhr mit Sarah Blizzard ein starkes Rennen und führte mit Rang 9 das Feld der Crews aus den kleineren Verbänden an. Im Monobob lief es allerdings dieses Mal nicht so gut, den mit Platz 7 blieb sie unter ihren Möglichkeiten.

Ann-Christin Strack links, Kim Kalicki rechts  Foto: Dietmar Reker

„Kim hat nahtlos an ihre tollen Leistungen aus dem Vorjahr angeknüpft“ freute sich der hessische Landestrainer Tim Restle über das hervorragende Abschneiden seines Schützlings beim Weltcup in Winterberg, bei dem als „race in race“ auch die Europa-Meisterschaft ausgefahren wurde, „obwohl ich bei dem Wackler ausgangs der Zielkurve kurz die Luft angehalten habe. Mit dem zweiten Platz können wir sehr zufrieden sein.“
Nicht zu schlagen war auf ihrer Hausbahn Laura Nolte mit ihrer Anschieberin Deborah Levi. Bereits in ersten Lauf übernahmen die beiden mit bester Start- und Laufzeit die Führung, während sich Kalicki/Ann-Christin Strack mit 14 /100 Sekunden Rückstand in Lauerstellung befanden. Dritte waren die Österreicherinnen Katrin Beierle/Jenny Onasanya knapp vor dem dritten deutschen Team Mariama Jamanka/Leonie Fiebig.
Auch im zweiten Lauf beherrschte Nolte die 14 Kurven am besten, blieb mit erneuter Start- und Laufbestzeit an der Spitze und holte Weltcup-Sieg und Europa-Meisterschaftstitel. Kalicki/Strack fielen etwas zurück, verteidigten jedoch ihren zweiten Platz und können sich über die Vize-Meisterschaft freuen. Jamanka schloss zu dem mit ihr befreundeten Dou aus Österreich auf und teilte sich mit ihnen den Bronze-Rang. Kalicki war mit dem Ergebnis zufrieden, meint jedoch, dass am Start noch eine Schippe draufgelegt werden muss. Eine Einschätzung, die auch von Bundestrainer Rene Spieß geteilt wird.
„Ein tolles Ergebnis für Kim und Ann-Kristin“ kommentierte HBSV Präsidentin Erica Fischbach das EM – Silber,“ schließlich waren erstmals auch die starken Teams aus den USA und Kanada am Start und das macht den Dreifacherfolg der deutschen Damen besonders wertvoll. Dass Kim ihre Weltcup-Führung behaupten konnte ist natürlich ein weiterer Pluspunkt.“
In Winterberger Eiskanal konnten erstmals in dieser Saison auch die Vierer- Bobs an den Start gehen. Auch dieses Rennen wurde gleichzeitig als Lauf zur Europa-Meisterschaft gewertet. Wie schon bei den Zweiern wurde dieser Wettbewerb vom Team Francesco Friedrich dominiert, der mit Thorsten Margis, Candy Bauer und Alexander Schüller das Maß aller Dinge war und quasi im Vorbeigehen einen neuen Startrekord erzielte. Damit lag er in der Schlussbilanz deutlich vor dem kanadischen Team um Justin Kripps und der Crew von Benjamin Maier aus Österreich, die sich damit Silber bei der Europa-Meisterschaft sicherte.
Gar nicht in die Puschen kamen die beiden anderen deutschen Teams, die alle Chancen auf Spitzenplätze schon im ersten Lauf vergaben. Christoph Hafer mit Kevin Korona, Philipp Wobeto und dem Wiesbadener Christian Hammers konnte sich zwar nach dem ersten Lauf mit nur 1/100 Sekunde Rückstand auf das russische Team Gaitiukevich noch kleine Hoffnungen auf Platz 3 bei der EM machen fiel dann aber auf Rang 6 zurück. Nicht viele besser erging es Johannes Lochner, der gleich nach dem Start im 1. Lauf quer stand und etwas enttäuschend mit Florian Bauer, Christopher Weber und Christian Rasp nicht über Platz 5 hinauskam.